900 Jahre Herrenhof - Jubiläumsfeier der Gemeinde

Herrenhof lädt herzlich ein zum 900. Jubiläum

Freuen Sie sich auf unser großes Festwochenende vom 28. bis 30. August 2026. Seien Sie dabei und feiern Sie mit uns.
 

Erleben Sie tolle Momente und entdecken Sie unser Programm auf den folgenden Seiten.

 

 

 

 

Die Geschichte der Gemeinde Herrenhof – Ein Dorf am Nordrand des Thüringer Waldes

Herrenhof ist ein traditionsreicher Ort am Nordrand des Thüringer Waldes im Landkreis Gotha. Heute gehört der Ort als Ortsteil zur Landgemeinde Georgenthal. Trotz seiner überschaubaren Größe blickt Herrenhof auf eine 900-jährige Geschichte zurück, die eng mit den mittelalterlichen Klöstern der Region, der Entwicklung des Herzogtums Sachsen-Gotha und den kommunalen Veränderungen der jüngeren Zeit verbunden ist.

Die Anfänge im Mittelalter

Die erste urkundliche Erwähnung von Herrenhof stammt aus dem Jahr 1126. In dieser Zeit war die Region von den Einflüssen der Klöster geprägt. Besonders das Kloster Reinhardsbrunn und das Kloster Georgenthal stritten um Besitz- und Nutzungsrechte an der Gemarkung des Dorfes. Dieser Konflikt wurde schließlich 1186 zugunsten des Klosters Georgenthal entschieden. Damit wurde die Entwicklung des Ortes über Jahrhunderte hinweg eng mit dem Kloster Georgenthal verbunden.

Die Lage am Übergang vom Thüringer Becken zum Thüringer Wald begünstigte die Ansiedlung von Landwirtschaft und Handwerk. Bereits im Hochmittelalter entstand eine kleine Dorfgemeinschaft, die von den fruchtbaren Böden und den Wasserläufen der Umgebung profitierte.

Von der Reformation bis zum Herzogtum Sachsen-Gotha

Mit der Auflösung des Klosters Georgenthal während der Reformationszeit änderten sich die Besitzverhältnisse grundlegend. Ab 1531 gehörte Herrenhof zum Amt Georgenthal. Als dieses Gebiet 1640 Teil des neu gegründeten Herzogtums Sachsen-Gotha wurde, kam auch Herrenhof unter die Herrschaft der ernestinischen Herzöge.

Während dieser Zeit blieb Herrenhof überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die Bewohner lebten von Ackerbau, Viehzucht und später auch vom Flachsanbau, der für die Region typisch war. Noch heute erinnert das Gemeindewappen mit seinen Leinblüten an diese Tradition.

Die Entwicklung der Kirche

Eine besondere Rolle spielte die Kirche des Dorfes. Bereits im 12. Jahrhundert bestand eine Kapelle, die 1143 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Nachdem das ursprüngliche Gotteshaus baufällig geworden war, entstand 1692 ein Neubau. Die Kirche wurde später mehrfach umgestaltet und erweitert.

Ein einschneidendes Ereignis war der Großbrand vom 26. Februar 1882. Innerhalb weniger Stunden zerstörte das Feuer mehrere Wohnhäuser, Scheunen und die damalige Kirche. Nur der massive Kirchturm blieb erhalten. Mit Unterstützung wohlhabender Bürger konnte das Gotteshaus anschließend wieder aufgebaut werden.

Im 20. Jahrhundert wurde die Kirche umfangreich saniert und zu einem modernen Gemeindezentrum umgestaltet. Sie bildet bis heute zusammen mit den Nachbargemeinden Hohenkirchen und Petriroda ein gemeinsames Kirchspiel.

Herrenhof im 20. Jahrhundert

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Herrenhof schrittweise von einem rein landwirtschaftlichen Dorf zu einer Wohngemeinde mit Gewerbeansiedlungen. Die Nähe zu Ohrdruf, Gotha und dem Thüringer Wald machte den Ort als Wohnstandort attraktiv. Gleichzeitig entstanden im gemeinsamen Gewerbegebiet Ohrdruf–Herrenhof–Hohenkirchen neue wirtschaftliche Perspektiven.

Seit 1990 besteht zudem eine enge Partnerschaft mit der hessischen Gemeinde Knüllwald. Diese Verbindung entstand unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung und wird bis heute gepflegt.

Kommunale Veränderungen in jüngster Zeit

Nach der Wiedervereinigung gehörte Herrenhof zunächst zur Verwaltungsgemeinschaft Apfelstädtaue. Diese wurde Ende 2019 aufgelöst. Während viele Nachbargemeinden in der neuen Landgemeinde Georgenthal aufgingen, blieb Herrenhof zunächst selbstständig.

Zum 1. Januar 2024 erfolgte schließlich die Eingliederung in die Landgemeinde Georgenthal. Damit endete die jahrzehntelange kommunale Eigenständigkeit des Dorfes. Gleichzeitig erhielt Herrenhof den Status einer Ortschaft innerhalb der neuen Landgemeinde und behielt damit ein gewisses Maß an lokaler Selbstverwaltung.

Herrenhof heute

Heute zählt Herrenhof rund 730 Einwohner und erstreckt sich über etwa 440 Hektar Fläche. Der Ort verbindet dörflichen Charakter mit guter Infrastruktur und einer reizvollen Lage zwischen Thüringer Wald und Thüringer Becken. Die renaturierten Kiesseen entlang der Apfelstädt, der Herrenhöfer Teich und die nahegelegenen Höhenzüge machen den Ort zu einem attraktiven Ausgangspunkt für Wanderungen und Naherholung.

 

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